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Neues von unseren Landtagsabgeordneten 

Presse-Information vom 22.9.2010

Dr. Stefan Berger MdL: Drohendes Organisationschaos beim Abitur

Die Gymnasien im Kreis Viersen stehen nun vor der Wahl: Wie das Schulministerium am vergangenen Dienstag in einem Informationsschreiben allen Schulen mitteilte, sollen sie bis Ende des Jahres selbst entscheiden, ob sie ab dem kommenden Schuljahr das Abitur nach acht (G8) oder neun Jahren (G9) anbieten, oder sogar beide Möglichkeiten parallel laufen lassen.

Anlässlich dieser Ankündigung erklärt der Abgeordnete Dr. Stefan Berger (CDU): "Kaum ist die neue grün-rote Minderheitsregierung im Amt, steht die Schullandschaft schon Kopf, insbesondere bei der Umsetzung des von der ehemaligen rot-grünen Landesregierung beschlossenen achtjährigen Gymnasiums. Die letzten fünf Jahre haben alle Beteiligten diese große Herausforderung angenommen und sich um eine möglichst gute Umsetzung bemüht. Nun verunsichert Frau Ministerin Löhrmanns Ankündigung, die Gymnasien beim Abitur im kommenden Frühjahr zwischen G 8 und G 9 wählen zu lassen, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer."

"Nach dem Motto: Zurück auf Los! ist das entstehende Chaos absehbar" kritisiert Berger und zählt die damit verbundenen logistischen Probleme auf:

Neu angeschaffte G 8 Schulbücher werden für G 9 unbrauchbar, enorme Anschaffungskosten für entsprechende G 9-Bücher entstehen;

Die derzeitige Personalplanung der Gymnasien mit Blick auf G 8 wird Makulatur, denn für G 9 sind mehr Lehrer notwendig;

Zudem gibt es eine Unsicherheit für Wiederholer: Was passiert mit denjenigen, die im Zuge von G 8 sitzenbleiben und dann in G 9 landen? Schulwechsel werden unmöglich: Selbst ein Umzug von Schwalmtal nach Viersen könnte geradezu ausgeschlossen sein, falls der eine Ort sich für ein G 9-Gymnasium und der andere sich für die G 8-Schule entscheiden sollte; G 8 und G 9 Abitur an einem Gymnasium, wie von Frau Ministerin Löhrmann in Aussicht gestellt, führt zu bedenklichen Ungleichheiten an ein und derselben Schule, eine Zweiklassenkultur entsteht.

"Die Aufregung an den 630 Gymnasien in Nordrhein-Westfalen ist groß. Direktorinnen und Direktoren schütteln nur noch den Kopf: Mit Hochdruck bereiten sie sich auf die doppelten Abiturjahrgänge 2013 vor. Das ist nicht einfach und stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar. Und nun diese undurchdachte und unnötigen Stress hervorrufende Idee der grün-roten Landesregierung." so Berger.

Abschließend teilte der Abgeordnete mit, dass seine CDU-Landtagsfraktion Frau Ministerin Löhrmann eingeladen habe, gemeinsam die Reform des Gymnasiums zu optimieren, die betroffenen Lehrenden, Eltern und Kinder zu beteiligen und somit die Akzeptanz zu erhöhen. Nur so könne auf lange Sicht Schulfrieden geschaffen werden.