| EU-Arbeitszeitrichtlinie:
CDU-Politiker fordern Besonderheiten bei
ehrenamtlichen Tätigkeiten zu
berücksichtigen!
KREIS
VIERSEN. Auf Jahreshauptversammlungen
der Freiwilligen Feuerwehr in den Städten
und Gemeinden des Kreises Viersen hat
Kreisbrandmeister Klaus-Thomas Riedel
kürzlich auf Überlegungen zur neuen
EU-Arbeitszeitrichtlinie hingewiesen. Die EU
plant demnach, die wöchentliche Arbeitszeit
auf durchschnittlich 48 Stunden pro Woche zu
begrenzen und dabei auch den ehrenamtlichen
Bereich mit einzubeziehen. Riedel machte
deutlich, dass dies dazu führen würde,
dass in vielen Fällen ehrenamtliche
Feuerwehr-Leute nicht mehr wie bisher an
Übungen und Einsätzen teilnehmen dürften,
da sie dann die Arbeitszeit-Grenze
überschreiten würden.
Gegen die
beabsichtigte Verschärfung der
EU-Arbeitszeitrichtlinie kämpfen nun
CDU-Politiker auf unterschiedlichen
politischen Ebenen - so auch im Kreis
Viersen. Europaabgeordneter Karl-Heinz
Florenz, Bundestagsabgeordneter Uwe Schummer
sowie die Kreistagsmitglieder Johannes
Bäumges (Willich) und Manfred Wolfers jun.
(Grefrath), welche auch gleichzeitig den
Räten ihrer Heimatstädte angehören, haben
sich der Problematik angenommen und
thematisierten die Problematik bereits bei
den betroffenen Stellen.
MdB Uwe
Schummer hat eine Anfrage an den
zuständigen Bundes-Innenminister gestellt
und sich gegen die restriktiven Regelungen
der Richtlinie ausgesprochen. "Ich habe
die Bundesregierung gebeten, sich dafür
einzusetzen, dass die Richtlinie nicht in
der Form in Kraft tritt, wie es der
zuständige EU-Kommissar Laszio Andor
angekündigt hat. Das Ehrenamt muss
weiterhin geschützt werden.", fordert
Uwe Schummer. Er betont, dass nicht nur die
freiwillige Feuerwehr, sondern generell das
Ehrenamt bei einer unveränderten Umsetzung
der Richtlinie gefährdet wäre!
MdEP
Karl-Heinz Florenz hat in einer
schriftlichen Stellungnahme seine Position
deutlich gemacht. Er setzt seine Hoffnungen
darauf, dass im Rahmen der laufenden
"Sozialpartnerverhandlungen" die
nationalen Besonderheiten bei der
Freiwilligen Feuerwehr berücksichtigt
werden.
In Willich
thematisierte die Problematik bereits
Johannes Bäumges im dortigen Haupt- und
Finanzausschuss. "Ich habe mit
Erschrecken die Antwort der Verwaltung
vernommen, dass von der erwogenen Änderung
der gesamte ehrenamtliche Bereich betroffen
sein soll, also neben Feuerwehr auch
beispielsweise Rotes Kreuz und Malteser,
sport- und kulturtreibende Vereine, Kirchen
und Parteien" berichtet Bäumges. Allen
betroffenen Verbänden vor Ort empfiehlt er,
sich über ihre Verbände nun mit in die
aktuellen
"Sozialpartnerverhandlungen" in
Brüssel einzubringen.
Der
Kreistagsabgeordnete Manfred Wolfers jun.,
in seiner Heimatgemeinde selbst Mitglied der
Freiwilligen Feuerwehr, sprach die Thematik
auch in der letzten Gemeinderats-Sitzung in
Grefrath an. Er schaltete zudem MdEP Florenz
in die Diskussion ein. "Wir danken
unserem Kreisbrandmeister für den Hinweis
und unterstützen das Ansinnen, von
unterschiedlicher Seite entsprechenden Druck
auf die EU-Kommission ausüben.", macht
Wolfers jun. deutlich.
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