Besuch
in Kanew, der Partnerstadt von Viersen und
der Kornkammer Europas

Die
Neugier des CDU-Kreis-Agrarausschusses war
im Vorfeld besonders groß, galt es die
Kornkammer Europas in Augenschein zu nehmen
und das Lebenswerk von Fritz Meies, der uns
im Mai zum Nationalfeiertag der Ukrainer
nach Kanew begleitete. Der Kontakt mit
ukrainischen Landwirten war schnell
gefunden. Was bekommt ihr für den Weizen,
was bekommen wir dafür; was kostet bei Euch
die Milch, was bekommen wir dafür. Wo kann
man Dünger kaufen, wie schnell ist dieser
verfügbar. Bürgermeister Victor Nikolenko
aus Kanew leitete eine Diskussion zwischen
den Landwirten aus dem Kreis Viersen und dem
Rayon Kanew , die sehr schnell die
unterschiedlichen Gegebenheiten auf den
Punkt brachte. Wichtige Erkenntnis für
beide Gruppen lag darin, dass keiner mit dem
anderen tauschen möchte. Die Ukrainer waren
erstaunt, dass die Subventionsmentalität
der EU-Europäer nicht mehr funktioniert.
Wir waren sicher, dass unsere Zukunft im
Rheinland mit Ausrichtung auf Europa liegt.
Die Landwirtschaft in der Ukraine teilt sich
auf in überwiegend großflächige
Landwirtschaft und wenige kleinbäuerliche
Bewirtschafter mit Viehhaltung. Die
Ackerwirtschaft spielt sich in
Flächengrößen ab, die etwa fünfzig Mal
größer sind als unsere Flächen, eine
imponierende Dimension. Während die großen
Betriebe mit Technik arbeiten, die unserem
Standard entsprechen, arbeiten
kleinbäuerliche Betriebe häufig noch mit
älterer Technik aus der Sowjetzeit. Die
Viehwirtschaft ist mit den Ansprüchen
unserer Verbraucher in keiner Weise zu
vergleichen, ein deutlich größerer
Nachholbedarf zu uns als im Ackerbau. Der
zweite Teil unserer Reise galt dem
Lebenswerk von Fritz Meies und den Freunden
von Kanew. Der Besuch in einem
Kinderkrankenhaus und in einer
Altenbegegnungsstätte zeigte zum einen die
gesamte Dimension der fehlenden
öffentlichen Kranken- und
Sozialversicherungssysteme. Deutlich
sichtbar waren auch die Anstrengungen der
Freunde von Kanew, deren Erfolge in
modernisierten Einrichtungen und bei
Fahrzeugen der Rettungswache und der
Feuerwehr im Straßenbild unübersichtbar
waren. Das hat uns sehr beeindruckt. Der
letzte Besuchstag mit Teilnahme am
ukrainischen Nationalfeiertag war der
Höhepunkt unserer dreitägigen Reise. Der
Umzug durch die Stadt mit farbenfrohen
Kleidern und Kostümen bot einen Einblick in
das Gemeinschaftsleben einer Stadt am Djenpr,
die auch uns, trotz der weiten Entfernung,
besonders nahe gekommen ist. Das Gruppenfoto
mit dem ukrainischen Parlamentspräsident
Litwin rundete unsere eindrucksvollen
Erlebnisse ab.
Nach dem
Tschewtschenko-Fest kam es noch zu einem
kurzen Gedankenaustausch zwischen den
Teilnehmern der Reise und hochrangigen
Politikern der Ukraine. Auf dem Foto zu
sehen sind links neben Herrn Meies, der
Gouverneur des Regierungsbezirkes
Tscherkassy, rechts von ihm im weißen
Folklore-Hemd der Parlamentspräsident der
Ukraine Litwin, der neue Bürgermeister der
Stadt Kanew Viktor Nikolenko und im gelben
Anzug der Staatsekretär des
Innenministeriums. Im Hintergrund Mitglieder
des CDU-Agrarausschusses des Kreises Viersen.
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