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Presse-Information vom 29. Juni 2011
 
Besuch in Kanew, der Partnerstadt von Viersen und der Kornkammer Europas

Die Neugier des CDU-Kreis-Agrarausschusses war im Vorfeld besonders groß, galt es die Kornkammer Europas in Augenschein zu nehmen und das Lebenswerk von Fritz Meies, der uns im Mai zum Nationalfeiertag der Ukrainer nach Kanew begleitete. Der Kontakt mit ukrainischen Landwirten war schnell gefunden. Was bekommt ihr für den Weizen, was bekommen wir dafür; was kostet bei Euch die Milch, was bekommen wir dafür. Wo kann man Dünger kaufen, wie schnell ist dieser verfügbar. Bürgermeister Victor Nikolenko aus Kanew leitete eine Diskussion zwischen den Landwirten aus dem Kreis Viersen und dem Rayon Kanew , die sehr schnell die unterschiedlichen Gegebenheiten auf den Punkt brachte. Wichtige Erkenntnis für beide Gruppen lag darin, dass keiner mit dem anderen tauschen möchte. Die Ukrainer waren erstaunt, dass die Subventionsmentalität der EU-Europäer nicht mehr funktioniert. Wir waren sicher, dass unsere Zukunft im Rheinland mit Ausrichtung auf Europa liegt. Die Landwirtschaft in der Ukraine teilt sich auf in überwiegend großflächige Landwirtschaft und wenige kleinbäuerliche Bewirtschafter mit Viehhaltung. Die Ackerwirtschaft spielt sich in Flächengrößen ab, die etwa fünfzig Mal größer sind als unsere Flächen, eine imponierende Dimension. Während die großen Betriebe mit Technik arbeiten, die unserem Standard entsprechen, arbeiten kleinbäuerliche Betriebe häufig noch mit älterer Technik aus der Sowjetzeit. Die Viehwirtschaft ist mit den Ansprüchen unserer Verbraucher in keiner Weise zu vergleichen, ein deutlich größerer Nachholbedarf zu uns als im Ackerbau. Der zweite Teil unserer Reise galt dem Lebenswerk von Fritz Meies und den Freunden von Kanew. Der Besuch in einem Kinderkrankenhaus und in einer Altenbegegnungsstätte zeigte zum einen die gesamte Dimension der fehlenden öffentlichen Kranken- und Sozialversicherungssysteme. Deutlich sichtbar waren auch die Anstrengungen der Freunde von Kanew, deren Erfolge in modernisierten Einrichtungen und bei Fahrzeugen der Rettungswache und der Feuerwehr im Straßenbild unübersichtbar waren. Das hat uns sehr beeindruckt. Der letzte Besuchstag mit Teilnahme am ukrainischen Nationalfeiertag war der Höhepunkt unserer dreitägigen Reise. Der Umzug durch die Stadt mit farbenfrohen Kleidern und Kostümen bot einen Einblick in das Gemeinschaftsleben einer Stadt am Djenpr, die auch uns, trotz der weiten Entfernung, besonders nahe gekommen ist. Das Gruppenfoto mit dem ukrainischen Parlamentspräsident Litwin rundete unsere eindrucksvollen Erlebnisse ab.

Nach dem Tschewtschenko-Fest kam es noch zu einem kurzen Gedankenaustausch zwischen den Teilnehmern der Reise und hochrangigen Politikern der Ukraine. Auf dem Foto zu sehen sind links neben Herrn Meies, der Gouverneur des Regierungsbezirkes Tscherkassy, rechts von ihm im weißen Folklore-Hemd der Parlamentspräsident der Ukraine Litwin, der neue Bürgermeister der Stadt Kanew Viktor Nikolenko und im gelben Anzug der Staatsekretär des Innenministeriums. Im Hintergrund Mitglieder des CDU-Agrarausschusses des Kreises Viersen.