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Presse-Information vom 14. Dezember 2011
 
Wirtschaftsjournalist geißelt Ideologien und Staatsgläubigkeit - Günter Ederer: "Träum weiter, Deutschland!"

In seinem Buch "Träum weiter, Deutschland! Politisch korrekt gegen die Wand" nimmt der Journalist Günter Ederer (Foto rechts) kontrovers-kritisch Stellung zu aktuellen politischen Fragen und verschont dabei weder die Regierenden noch die Oppositionellen, setzt sich vielmehr eingehend auseinander mit Fehlentwicklungen in der bundesdeutschen Gesellschaft. Der frühere ZDF-Wirtschaftsredakteur und Fernostkorrespondent in Tokio sprach jetzt auf Einladung des "Arbeitskreises Demographischer Wandel" des CDU-Kreisverbandes Viersen im Forum des Kreishauses in Viersen.

Der für seine eckigen Analysen bekannte Journalist stellt sich dem politischen Mainstream entgegen, geißelt Ideologien und wettert gegen die seiner Meinung nach in Deutschland immer noch viel zu sehr verbreitete Staatsgläubigkeit. Immer noch werde in unserem Land der Ruf nach dem Staat zu häufig laut. Breiten Raum widmete er in seinen Ausführungen der Frage, wie denn dem drohenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entgegen gewirkt werden könnte.Die Geburtenrate kann da keinen Optimismus begründen: Die Zahl der Geburten ging von 1,4 Millionen Mitte der 60er Jahre auf 670 000 zurück. Einwanderung werde auch keine Lösung bringen, denn weder aus Süd- noch aus Osteuropa, geschweige denn aus dem afrikanischen Raum werde man die Qualität an Arbeitskräften bekommen können, die das Land benötigen werde.

Ederer wandte sich vehement auch gegen falsche Zahlen aus dem Statistischen Bundesamt: So werde die Zahl der Bundesbürger um über 1,2 Millionen höher angegeben, als sie tatsächlich sei. Die Zahl der Migranten, offiziell bei 24 Prozent, sei wesentlich höher. Anders als Sarrazin sei es ihm egal, woher die Menschen stammten, aber gut ausgebildet und gesellschaftlich integriert sollten sie sein.

Den ländlichen Raum zu stärken propagiere die Politik, aber auch das sei falsch, denn "Wo nichts ist, kommt auch nichts hin: Sowohl im Osten wie in Gebieten wie dem Hunsrück oder der Eifel seien nun einmal weniger Menschen, daran werde auch die Politik nichts ändern. Ederer wandte sich auch gegen die verfehlte Familienpolitik: 170 Milliarden seien in dieses Politfeld geflossen, doch: "Was haben wir damit eigentlich erreicht?" Bei der Schulpolitik werde mehr über neu zu errichtende Schulgebäude als über Lerninhalte gesprochen.

Die Finanzkrise sei in Wirklichkeit eine Krise der Staatsschulden. Man rede in Deutschland von einem "Sparhaushalt", wenn die Neuverschuldung "nur noch" um 27 Milliarden wachse. Im Grunde hätte man bei längst wieder stark steigenden Steuereinnahmen einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen müssen. Dazu passte am Abend die Meldung, dass eine große Rating-Agentur jetzt sogar Deutschland wegen seiner Verschuldung in nächster Zeit herabstufen müsse.

Allgemein forderte Günter Ederer die Rückbesinnung auf die Werte Ludwig Erhards und zurück zu einem Menschenbild des selbständigen Bürgers, dessen Eigeninitiative es zu fördern gelte. In seinem Buch zeigt er nicht nur die Probleme auf, sondern gibt auch Lösungsmöglichkeiten an, wie sie in anderen Ländern längst gefunden wurden.

Anderthalb Stunden lang lauschten die Zuhörer, wie Ederer "der Politik einmal gründlich die Leviten las", wie es Vizelandrätin Luise Fruhen (Tönisvorst) formulierte. Sie hatte den Buchautor zu diesem Vortrags- und Diskussionsabend eingeladen.

Journalist aus Passion Seinen Beruf erlernte Günter Ederer bei Tages- und Wochenzeitungen, machte dann seinen Karriere-Weg beim Südwestfunk und beim ZDF. Ab 1971 arbeitete er für die Wirtschaftssendung "Bilanz", ab 1984 berichtete er sechs Jahre lang aus Japan für das ZDF.

Erfolgreicher Buchautor Zwischen 1991 und 2011 veröffentlichte Ederer sieben Bücher, mit denen er zum Bestseller-Autor und zu einem häufig eingeladenen Berater der Wirtschaft wurde.

Ausgezeichneter Publizist Günter Ederer, Jahrgang 1941, arbeitet seit über 20 Jahren selbständig und produzierte in über 60 Ländern Filme. Er erhielt für seine Arbeiten 23 Filmpreise und zahlreiche weitere Auszeichnungen. (jk)