| Meies
und Sagner: "Beim Sparen erweist der
LVR sich als schwer erziehbar"
Christdemokratische
Mitglieder in der Landschaftsversammlung
Rheinland kritisieren knapp 520.000 Euro
Mehrbelastung für den Kreis - CDU lehnt
LVR-Haushalt ab
"Wir
vermissen den ernsthaften Sparwillen beim
LVR. Im Gegenteil: Für ihre Spielwiesen
haben SPD, Grüne und FDP Geld, während die
meisten Städte und Gemeinden im Rheinland
längst ans Eingemachte gehen müssen."
Mit diesen Worten begründen Fritz Meies und
Ralf-Hasso Sagner, die die CDU für den
Kreis Viersen in die Landschaftsversammlung
Rheinland schickt, ihr Nein zum Haushalt des
Landschaftsverbandes Rheinland. Am kommenden
Freitag soll dort der Etat verabschiedet
werden. Er sieht unter anderem eine
Erhöhung der so genannten
Landschaftsverbandsumlage um gut 0,15
Prozentpunkte auf 16 Prozentpunkte vor.
"Was sich so gering anhört, summiert
sich für die Städte zu einem gewaltigen
Batzen, in der Summe sind das nämlich 20
Millionen Euro mehr." Für den Kreis
Viersen bedeutet dies: Statt rund 54,7 Mio.
Euro muss Viersen in diesem Jahr 55,2 Mio.
Euro zum LVR nach Köln überweisen. Meies
und Sagner: "Damit müssen wir unter
dem Strich knapp 520.000 Euro mehr bezahlen.
Der LVR bekennt sich immer zur kommunalen
Familie. Beim Sparen aber erweist er sich
als schwer erziehbar."
Dabei gibt
es nach Ansicht der Christdemokraten
erhebliche Einsparpotenziale beim LVR. Als
"Spielwiese" bezeichnen sie zum
Beispiel den Antrag von SPD, Grünen und
FDP, in Brüssel ein Europabüro
einzurichten. Dort sollen wechselnde
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LVR
für höchstens sechs Wochen Lobbyarbeit
leisten. Kosten im Jahr: rund 30 000 Euro.
Meies und Sagner: "Hier werden
Doppelstrukturen aufgebaut. Denn der LVR ist
Mitglied des Landkreistages, und der
vertritt uns seit Jahren erfolgreich in
Brüssel. Und wie man innerhalb von sechs
Wochen ein Netzwerk aufbauen will, bleibt
ohnehin das Geheimnis von SPD, Grünen und
FDP." Eine weitere
"Spielwiese" sei der so genannte
Rheinland-Tag, auf dem sich der LVR in einer
Mitgliedskörperschaft vorstellt. Meies und
Sagner: "Das kostet 60 000 Euro. Das
können wir uns einfach nicht mehr
leisten."
Aus diesem
Grunde hatten vier Mitgliedskörperschaften
- der Kreis Kleve, der Rheinisch-Bergische
Kreis, der Rhein-Kreis Neuss und die Stadt
Duisburg - Einspruch gegen den
Haushaltsentwurf eingelegt. Der Rat der
Stadt Solingen hatte an den LVR appelliert
die Umlage nicht zu erhöhen und stattdessen
weitere eigene Einsparpotenziale zu
erwirtschaften. Meies und Sagner: "Die
CDU beim LVR hat Einsparpotenziale
aufgezeigt und entsprechende Anträge
vorgelegt. SPD, Grüne und FDP sind uns
nicht gefolgt. Sie belasten weiter die
Kommunen. Das ist mit uns nicht zu machen.
Deshalb lehnen wir den Haushalt ab."
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